07-10-2011 – J. Brechlin (Partei der Vernunft): “Nach klassischem Schema sind wir liberal”

J. BrechlinWieder eine neue Partei im liberalen Sektor. Dieses Mal heißt sie “Partei der Vernunft“. “Andere-Parteien.de” hat deshalb bei Jörg Brechlin, dem stellv. Bundesvorsitzenden der Partei, nachgefragt, worum es sich bei der Partei handelt und was die Partei in Zukunft vor hat.

Andere-Parteien.de: Bisher findet sich nur wenig über Ihre Partei. Beschreiben Sie bitte kurz, wieso brauchtDeutschland eine „Partei der Vernunft“?

Jörg Brechlin: Die Partei der Vernunft, ein Zusammenschluss freiheitsliebender Menschen, hat sich am 30. Mai 2009 in Hambach gegründet. Der Gründungsparteitag wurde im Hambacher Schloss abgehalten, einem geschichtsträchtigen Ort. Hier ereignete sich 1832 das Hambacher Fest. Vielen Menschen ist dieser Schauplatz der frühen deutschen Demokratiebewegungen ein Begriff. Auch damals ging es bereits um Freiheit und Demokratie.

Den Menschen ist es heute kaum noch möglich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und freiwillige Vereinbarungen zu treffen. Auch Unternehmen sind stetig steigenden wettbewerbsverzerrenden Eingriffen der Politik ausgesetzt, was ein freies Unternehmertum fast unmöglich macht. Unsere Landes- und Europaabgeordneten orientieren sich schon lange nicht mehr an den Bedürfnissen der Bürger vor Ort sondern an den Interessen von Lobbyisten. Als Beispiel sei hier auf das Verbot preiswerter Glühbirnen und die Zwangseinführung der teuren und umweltschädlichen Energiesparlampen verwiesen.

Leider gibt es in Deutschland keine Partei, die staatliches Handeln darauf beschränken möchte, das Leben, die Freiheit und das Eigentum der Bürger zu schützen. Deshalb hat sich die Partei der Vernunft gegründet. Mit einer weitgehenden Konzentration der politischen Arbeit auf die kommunale Ebene wird die direkte Demokratie vor Ort Realität. Die Bürger entscheiden selbst, was für sie wichtig ist, wie viel Geld sie dafür ausgeben wollen und wie diese Ausgaben finanziert werden.

Andere-Parteien.de: In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Kleinparteien. Wieso war keine dieser Parteien in der Lage Ihre Forderungen umzusetzen oder einzubinden?

Brechlin: Wie bereits dargestellt, gibt es in Deutschland zur Zeit keine Partei, die eine Begrenzung staatlicher Eingriffe auf den Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum der Bürger anstrebt. Die Forderungen der Partei der Vernunft an den Staat beschränken sich genau darauf. Für uns steht ein selbstbestimmtes Leben im Vordergrund, frei von staatlichen Zwängen. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass alle Mandatsträger ehrenamtlich agieren und eine Aufwandsentschädigung erhalten. Der aus Steuermitteln von der Wiege bis zur Bahre alimentierte Berufspolitiker und damit lebenslange Politikkarrieren gehören der Vergangenheit an.

Andere-Parteien.de: Die Piratenpartei hat gezeigt, dass Kleinparteien nicht chancenlos sind. Vor allem inStadtstaaten. Welche Taktik verfolgen Sie?

Brechlin: Der Erfolg der Piratenpartei in Berlin ist der Beweis, dass die Menschen ihren politischen Verdruss nicht nur durch Nichtwahl sondern auch durch gezielten Protest zum Ausdruck bringen. Derartige Erfolge müssen sich daher nicht auf Stadtstaaten beschränken.

Im Gegensatz zu den Piraten bezieht die Partei der Vernunft bereits jetzt zu allen wichtigen gesellschaftlichen Themen umfassend und klar Stellung. Unsere Expansionsstrategie ist auf den weiteren Ausbau der regionalen Strukturen und das Besetzen der Bürgerthemen unserer Zeit ausgerichtet, wie zum Beispiel „Raus aus dem ungedeckten Euro“ und „Abschaffung des staatlichen Geldmonopols“. Ohne dieses Monopol, in dem Geldmenge und Zins für ungedecktes Geld per Dekret vorgegeben werden, sind Verwerfungen und Exzesse auf den Finanzmärkten nicht möglich. Teure Bankenrettungen entfallen. Die freie Wahl des Geldes ist die Grundlage für eine stabile Geldordnung, in der systemische Krisen ausgeschlossen sind. Ein weiterer sehr positiver Nebeneffekt einer umfassenden Reform unseres Geld- und Finanzsystems ist vielen Menschen nicht bewusst. Kriegerische Auseinandersetzungen verlieren Ihre Finanzierungsgrundlage, friedliche Lösungen haben wieder Vorrang.

Andere-Parteien.de: Vor welchen Problemen sehen Sie sich in der Anfangszeit Ihrer Partei gestellt?

Brechlin: Als sehr schwierig gestaltet sich die Aufklärungsarbeit in Bezug auf die höchste Bedeutung individueller Freiheits- und Bürgerrechte für jeden von uns. Auch die zwingend notwendige Reform unseres Geld- und Finanzsystems lässt sich nur schwer vermitteln. Ebenso so schwer vermittelbar sind zum Beispiel die Grundsätze,dass nur individuelle Freiheit und der Schutz des Eigentums echten Wohlstand und damit soziale Sicherheit ermöglichen, dass es nichts umsonst gibt und damit ein vom Staat finanzierter Wohlfahrtstaat auf Dauer immer scheitern muss, der Staat weitgehend ohne Besteuerung seiner Bürger auskommt, dass nur die freie Wahl jeglicher Vorsorge eine bestmögliche Absicherung ermöglicht, Subventionen kontraproduktiv sind.

Andere-Parteien.de: Parteien brauchen Medienaufmerksamkeit, um Bekanntheit zu erlangen. Welche Strategie verfolgen Sie hierbei?

Brechlin: Wir versuchen über öffentlichkeitswirksame Aktionen, etwa Kundgebungen und Demonstrationen (www.antieurodemo.de), unser Profil in der Öffentlichkeit zu schärfen. Regelmäßig werden lokale Medien schon im Vorfeld auf derartige Veranstaltungen aufmerksam gemacht. So erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, mit unseren Veranstaltungen auch erwähnt zu werden. Aus unserem Anstoß, dieEurorettungsmaßnahmen aufzugreifen, hat sich bereits ein überparteiliches Aktionsbündnis entwickelt, welches die Kernanliegen der Partei der Vernunft mit wachsendem Zuspruch bewirbt.

Andere-Parteien.de: Kann man Ihre Partei in ein klassisches Schema von rechts, links, liberal, konservativ, sozial usw. einordnen?

Brechlin: Die Partei der Vernunft vereinigt Mitglieder ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts und des religiösen Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer vom freien Geist getragenen Gesellschaftsordnung mitwirken wollen. Wir lehnen totalitäre und diktatorische Bestrebungen jeder Art – egal, ob von rechts oder links – strikt ab. An dieser Stelle passt auch ein Zitat unseres Bundesvorsitzenden, Oliver Janich: «Wir sind sozialer als SPD und Linke, grüner als die Grünen, liberaler als die FDP und christlicher als CDU/CSU. Nur Freiheit schafft Wohlstand. Wohlstand für alle ist sozial. Nur aus der Verteidigung des Eigentumsrechts entsteht effektiver Umweltschutz. Aus dem christlichen Grundsatz, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ lässt sich direkt unsere Maxime ablesen: Du kannst tun und lassen was Du willst, solange Du dabei niemandem schadest.» Im Zentrum unserer politischen Philosophie steht das Individuum, dessen Leben, Freiheit und Eigentum zu sichern die alleinige verpflichtende Staatsaufgabe ist. Nach klassischen Schema sind wir somit liberal.

Andere-Parteien.de: Wie funktioniert bei Ihnen die Mitgliederwerbung?

Brechlin: Wir gewinnen unsere Mitglieder über Inhalte, Veranstaltungen, Aktionen und zunehmend auch durch über die von uns in Berlin, Frankfurt und Stuttgart initiierten Demos gegen die Euro-Rettungsschirme.

Andere-Parteien.de: Wann planen Sie die erste Wahlteilnahme auf Landesebene?

Brechlin: Die erste Wahlteilnahme auf Landesebene ist für 2013 in Niedersachsen geplant. Dies schließt eine frühere Wahlteilnahme auf Landesebene allerdings nicht aus, so unsere Strukturen und bürokratischen Hürden es machbar erscheinen lassen.

Andere-Parteien.de: Auf welche finanziellen Unterstützungen können Sie bauen/hoffen?

Brechlin: Finanzielle Unterstützung erhalten wir über die Mitgliedsbeiträge und Spenden. Für uns gilt unter anderem: Freiheit statt Lobbyismus!

Andere-Parteien.de: Bisher gibt es keinen Eintrag zu Ihrer Partei bei Wikipedia. Wie wichtig ist Ihnen eine Präsentation dort?

Brechlin: Eine Präsentation bei Wikipedia ist tatsächlich noch nicht existent. Wenn es nach uns ginge, gäbe esbereits seit mindestens 2008 einen Artikel. Mehrmals vorgenommene Einträge sind – nach offizieller Lesart – bislang an den Richtlinien gescheitert und wieder gelöscht worden.

Andere-Parteien.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Tobias Schlitzke (Chefredakteur)

Trackbacks & Pings

  1. Ramsauer gibt sich vor CSU-Wahl gelassen am 07 Oct 2011 um 8:50 am

    [...] für Hamburg gegen Schalke Emotionen: 51* | 1* | 3* In Blogs gefunden: 07102011 J Brechlin Partei der Vernunft: Nach klassischen Leider gibt es in Deutschland keine Partei die staatliches Handeln darauf beschränken [...]

Kommentare

  1. Ein interessantes Interview. Danke an Andere-Parteien.de. Das Programm der Partei der Vernunft werde ich mir mal genauer anschauen, klingt konsequent bürgernah.

  2. Danke an Andere-Parteien für das interessante Interview.

    Ich werde mir das Programm der Partei der Vernunft mal genauer anschauen, klingt konsequent bürgernah.

  3. Inwiefern ist die PDV „sozialer als die SPD“, wenn sie den Sozialstaat abschafft und sich fortan jeder Arbeitslose und Rentner selbst versorgen bzw. seine kommunalen Mitbürger anbetteln muss?

    Inwiefern ist sie christlicher als christliche Parteien, wenn sie fordert, dass sich jeder selbst der Nächste sein soll?

    Was ist freiheitlich an einem marktradikalen Konzept, dem sich die Menschen unterwerfen müssen?

    Wer unterhält die überregionale Infrastruktur, wenn es keine Steuern mehr gibt?

    Bei welchem Einzelhändler kann man mit selbst gedrucktem Geld (Janich-Taler und Brechlin-Mark?) bezahlen?

    Wieso soll die Arbeitslosigkeit beseitigt werden, nur weil man Steuern abschafft?

    Was unterscheidet die PDV von der Tea Party?

    Und warum hat die PDV bei keiner einzigen der 12 Landtagswahlen die Wahlteilnahme / Sammlung der Unterstützungsunterschriften geschafft?

    Sollte die PDV ihr Hardcore-FDP-Konzept nicht mal gründlich überdenken?

    Habe ich alles nicht verstanden.

  4. Guten tag, es freut mich das Sie sich zum selberdenken entschlossen haben.

    Ich schreibe nicht für die PdV aber ich möchte versuchen ein paar Antworten zu geben.

    Zu den Arbeitslosen, wenn alle beschränkungen, Steuern, Sozialabgaben und regulierungen wegfallen würde es sehr schnell zu einem Investitionsboom kommen und es gäbe schlicht keine Arbeitslosen mehr.
    Geringqualifizierte Menschen würden von den Arbeitnehmermangel am stärksten Profitieren.

    Rentner werden bis zum umstieg auf ein rein Privatwirtschaftliches Versicherungssystem weiterhin ihre Bezüge erhalten. Schau dich um, du wirst niemanden finden der nicht bereit wäre sich an Kommunalen Strukturen zur versorgung Arbeitsunfähiger Bürger zu beteiligen. Das sich in einem rein Marktwirtschaftlichen system jeder der nächste ist stimmt einfach nicht. Genau der gegenteil ist der fall. Wenn der Glaube das der Staat sich um diese Probleme kümmert von der erkenntnis abgelöst wird das es unsere Verantwortung ist Pflegebedürftigen ein Würdevolles leben zu ermöglichen wird es dort eine höhere beteiligung geben. Es würden nicht so viele Leute sozialistische Parteien wählen wenn sie nicht eine Soziale einstellung hätten. Es darf nur nicht von einem großen Zentralstaat verwaltet werden weil das zu einer Mangelversorgung führt.

    Die Menschen müssen sich einem marktwirtschaftlichen konzept unterwerfen? Das Marktwirtschaftliche konzept basiert auf 2 Säulen. Freiheit und Eigentum. Diese aussage das du dich deiner Freiheit und deinem Eigentum unterwerfen sollst macht für mich keinen sinn. Du sollst dich niemanden unterwerfen, das ist ja der Punkt O_o

    Die Tea Party ging aus der Präsidentschatfskampagne von Ron Paul hervor der die selben forderungen vertitt wir die PdV. Nach dem erfolgreichen start dieser Libertären bewegung schlossen sich allerdings große Massen an sozialkonservativen Republikanern an und haben die wichtigen Themen wie das Zentalbankmonopol und Bürgerrechte aus der diskussion verdrängt.

    Und nein, die PdV sollte ihr Konzept nicht überdenken. Das Konzept der PdV ist das Konzept der Freiheit, ein Konzept das die FDP überhaupt nicht geblickt hat, sonst würde sie sich nicht daran beteiligen so viel Macht aus den Händen vieler Individuen in die Hand weniger Bürokraten umzuverteilen.

    Gruß
    Tony

  5. xD ich sollte nochmal drüber Lesen bevor ich poste, sry für die vielen Fehler.

  6. Erkundigt euch doch einfach mal über die österreichische Schule der Ökonomie!

    Schaut euch die Schweiz an bzgl. kommunaler Selbstverwaltung!

    Was soll daran verkehrt sein?

  7. Wow, was ist das denn für eine neue Bewegung?! Ich habe das Programm gerade überflogen und bin begeistert.

    Endlich mal jemand der verstanden hat, das echtes soziales Miteinander und echte Solidarität nicht mit staatlicher Geldleistung gleichgesetzt werden darf.

    Tatsächlich hat jeder Mensch nur durch den Schutz der Selbstbestimmung und die Befreiung von Abgaben und Steuern auf seine Einkommen und eine Bezahlung in werthaltigem Geld mehr Zeit und

    Mittel, sich anderen mit dem Herzen zu nähern.

    Was die meisten vergessen, gerade auch die ärmsten Menschen (Harz IV Empfänger, alleinerziehende Teilzeitbeschäftigte, Gerinverdiener) bezahlen die heutige ungerechte Umverteilung des

    sogenanten Sozialstaates. Warum ist das so? Weil sie den größten Teil Ihres Einkommens für den Erwerb von Gütern des täglichen Bedarfs ausgeben. In diesen Gütern wierdum stecken die Kosten

    sämtlicher Abgaben und Steuern auf Löhne und Produktionsprozesse. Die Produkte sind damit um ein Vielfaches teurer, als ohne diese Belastungen.

    Wenn jeder von seinem Einkommen locker leben könnte, sinken die Preise und zusätzlich steigt auch die Nachfrage nach Arbeitskräften im Land. Es lohnt sich wieder zu arbeiten und auch die

    Arbeitslosigkeit geht dramatisch zurück, da nicht jeder bis zum Umfallen arbeiten muss. Ein Blick in die Geschichte, in die Zeiten stabilen Geldes, genügt um zu sehen, dass wir das alles

    schon einmal hatten.

    @ selbstdenker,

    um die Antworten auf Ihre Fragen zu finden, müssen Sie sich mit dem inflationären Kreditgeldsystem auseinandersetzen und den Zusammenhang herstellen. Unser Geldsystem ist nämlich der Grund,

    warum es überhaupt solche extreme Armut auf der Welt gibt und mit einem freien Geldsystem nicht mehr in dieser mittlerweile dramatischen Form geben kann.

    Auch führt unser Geldsystem nämlich dazu, dass die Kaufkraft kontinuierlich schwindet und die Rufe nach höheren Einkommen nie enden.

    Ich selbst habe lange die Grünen unterstützt, nach dem Kriegseintritt Deutschlands mit den Grünen jedoch angefangen nachzudenken, warum das so ist. Nach dem Theater um S21 habe ich mich nun

    endgültig von den Grünen abgewandt und bin seit dem auf der Suche nach einer freiheitlichen Partei, die man wählen kann.

    Wenn die Partei der Vernunft tatsächlich sogar die Berufspolitker durch direkte Demokratie abschaffen will, wird es interessant. Dann wäre es die erste Partei in Deutschland, die sich

    tatsächlich um die Menschen kümmert und nicht um die Lobbyisten und sich selbst.

  8. Echte Marktwirtschaft basiert auf freiwilligen Vereinbarungen zwischen einzelnen Menschen, die nicht zu lasten unbeteiligter gehen dürfen. Genau das vertritt die PDV.

    Übrigens ist aus meiner sicht selbst der Kommunismus mit der Marktwirtschaft vereinbar, wenn niemand zur Teilnahme gezwungen wird und Leben, Freiheit sowie Eigentum unbeteiligter respektiert werden.

  9. Vielen Dank für die vielen richtigen Erläuterungen unseres Konzepts. Freiheitsfreund: Unser neues Grundsatzprogramm wird Ihnen gefallen. Da wird das Konzept der direkten Demokratie vor Ort noch deutlicher. Wir schaffen alle direkten Steuern, Bundes- und Landessteuern ab. Die Kommunen erheben indirekte Steuern und entscheiden selbst welche Aufgaben sie an höhere Ebenen abgeben wollen.

  10. Liebe Leute, wer aus Sachsen kommt und uns bei der Parteiarbeit oder nur als Unterstützer helfen will, der kann sich gerne bei mir melden!!

    Viele Grüße,

    Veit Ochlich

  11. Sorry, aber ich sehe immer noch keinen Unterschied zwischen der “Partei der Vernunft” und der US “Tea Party”. Kritik an der PDV läuft auf “Wer gegen den Kapitalismus ist, soll unamerkanisch sein” hinaus, wie Florian Rötzer unter http://www.heise.de/tp/blogs/8/150599 schrieb. Einfach mal lesen!

  12. @freiheitsfreund

    Das Geldsystem ist irrelevant. Inflation ist kein Problem, wenn Einkommen stärker steigen. Das Problem sind zu niedrige Einkommen, und mit der PDV geht es endgültig abwärts, weil ihr radikaler Zwang, jede noch so mies bezahlte Arbeit anzunehmen, die Einkommen noch weiter drückt. Das ist so gruselig, menschenverachtend und vor allem UNFREI wie die Tea Party!

  13. @Freiheitsfreund, trotzdem ist es eine Partei zu viel!

    Es gibt zu viele Kleinparteien, so hat das keinen Sinn und keinen Erfolg

  14. @selbstdenker

    Ich musste mir selber schon oft anhören ich sei anti-amerikanisch weil ich die US-Regierung für eine menge Scheisse auf der Welt verantwortlich mache.

    Zu dem Artikel:
    Derjenige der die #OWS als unamerikanisch bezeichnet hat war Herman Cain, ein ehemaliger chairman der Federal Reserve Bank von Kansas city. Und wenn du dich jetzt fragst “Federal Reserve???” dann fang bitte nochmal gaaaanz von vorne bei Adam und Eva an. Das ist genau das Private Bankenkartell gegen das die Ursprüngliche Tea Party sich gegründet hat. Und die PdV setzt sich hier in Deutschland für die beseitigung des Europäischen equivalents, der EZB ein.

    Die Tea-Party die heute einen ehemaligen FED chairman feiert hat schon deshalb nichts mit der PdV zu tun.

  15. @ all,

    vielen Dank für die Resonanz und die konstruktiven Beiträge!

    @ selbstdenker,

    das Programm der Partei der Vernunft muss als ganzheitlicher Ansatz verstanden werden. Einzelne Punkte isoliert betrachtet werden keinen dauerhaften Wohlstand und kein Hächstmaß an persönlicher Freiheit bringen. Deshalb ist es tatsächlich von größter Bedeutung, wie “Freiheitsfreund” bereits schreibt, sich mit dem Geldsystem auseinanderzusetzen.

    Um unser Programm zu verstehen müssen Sie das Geldsystem verstehen, also sich zum Beispiel mit der österreichischen Schule der Nationalökonomie auseinanderzusetzen.

    Zu diesem Thema gibt es viele gute Bücher. Einen Einstieg finden Sie auf http://www.parteidervernunft.de/wissenschaftliche-studien.

    Aber das Studium von Büchern ist nicht zwingend notwendig, um den in der Literatur beschriebenen natürlichen Zustand zu verstehen.

    Unser heutiges Geld (weltweit) gelangt per Zentralssteuerung durch Kredit in den Wirtschaftskreislauf und ist ungedeckt. Alles Geld dieser Welt ist also Schuld, auch wenn es zum Teil bei wenigen Menschen als großes Vermögen exisiert. Dazu wird von zentraler Stelle die Menge an bereitgestelltem Geld in immer größerem Maße ausgeweitet.

    Diese steigende Geldmenge trifft auf eine nicht in gleichem Maße steigende Produktmenge, also steigt der Preis der Produkte. Das wiederum geht zu Lasten gerade der ärmsten Teile unserer Gesellschaft.

    Nun müssten Sie verstehen, warum eine nominale Erhöhung der Einkommen keine dauerhafte Lösung bringen kann. Die Preis-/Lohnentwicklung der letzten Jahrezehnte belegt genau dies. Es kommt immer erst zu Preissteigerungen und dann zu Lohnsteigerungen. Noch später erhalten die Transferleistungsempfänger vom Staat mehr Geld. Das ist der Grund, warum die Kaufkraft der Haushalte kontinuierlich sinkt.

    Erst die Abschaffung des staatlichen Geldmonopols nimmt dem Staat die Macht, sich zu Lasten unserer Kinder und Enkelkinder zu verschulden. Diese Verschuldung kommt in immer geringeren Maße den Bürgern zu Gute. In jüngster Zeit werden die aufgenommen Schulden zu Garantien für insolvente Banken und überschuldete Staaten. Wollen Sie das?

    Erst ein werthaltiges Geld, in einem wettbewerblichen Geldsystem und gleichzeitiger Abschaffung staatlicher Eingriffe in das individuelle Leben und Einkommen von uns Bürgern kann dauerhaften Wohlstand schaffen.

    Um letzteres zu Erreichen, muss die Macht in die Hände des Volkes zurück und zwar zu den Menschen vor Ort, weg von den zentralen Institutionen und den Politikern in Berlin und/oder Brüssel.

    Daran arbeiten wir!

    Freiheitliche Grüße

    Jörg Brechlin

  16. @selbstdenker
    Das Geldsystem ist ein ganz entscheidender Faktor.
    Über die künstliche Inflation des derzeitigen Geldsystems verlieren kleine Ersparnisse ständig an Wert, werden also ständig enteignet.
    Wer dagegen schon viel hat kann sich durch langfristige Anlagen in Sachwerten weitgehend vor der Inflation schützen bzw. ohne großes Risiko sein Vermögen vermehren. Den allergrößten Konzernen nimmt man sogar fast jedes Unternehmerische Risiko ab, indem sie aufgrund von “Systemrelevanz” bei Misswirtschaft auf Kosten der Allgemeinheit gerettet werden.
    Außerdem steigen immer erst die Preise, ausgelöst durch zusätzlich in Umlauf gebrachtes Geld. Die Löhne ziehen erst nach wenn die Preise bereits gestiegen sind.
    Gerade durch diese Faktoren wird die starke Ungleichverteilung gefördert, die wir jetzt haben.

    In einem Marktwirtschaftlichen Geldsystem dagegen wäre es viel leichter geringe Ersparnisse zu erhalten. Große Vermögen dagegen ließen sich nicht mehr weitgehend risikolos vermehren, da jeder seine Verluste selbst tragen müsste, statt diese zu Sozialisieren.

    Zur Arbeitslosigkeit und Löhnen:
    Viele Löhne sind derzeit vor allem deshalb zu niedrig, weil zum einen die Arbeitslosigkeit extrem hoch ist. Dadurch entsteht ein starker Wettbewerb um Arbeitsplätze, wodurch die Löhne sinken. Zum anderen sind die Löhne oft zu niedrig, weil der Staat die Preise durch Steuern, Bürokratiekosten und sonstige Abgaben extrem steigen lässt. Somit kann man sich von seinem Lohn viel weniger leisten.
    Lohnerhöhungen führen in so einer Situation zu steigender Arbeitslosigkeit. Denn viele, vor allem schlecht bezahlte Jobs, würden unrentabel und wegfallen. Statt einem niedrigen Lohn hätten viele dann gar keinen Lohn mehr.

    Weniger Steuern, Abgaben und Bürokratie dagegen, führen zu sinkenden Preisen. Dadurch kann man sich auch von niedrigen Löhnen mehr leisten. Außerdem werden dann weitere Jobs rentabel, wodurch die Arbeitslosigkeit sinkt.
    Wenn die Arbeitslosigkeit stark genug gesunken ist, reduziert sich außerdem der Wettbewerb um die selben Jobs. Stattdessen wird ein Wettbewerb um Arbeitskräfte entstehen der ganz von allein zu höheren Löhnen führt.

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