20-09-2010 – Feministische Partei Die Frauen – “Frauenquoten sind notwendig”
Nachdem sich im Jahr 1994 mit dem so genannten „Frauenstreiktag“ eine Vielzahl politisch denkender und feministisch orientierter Frauen in Deutschland versammelt hatten, trafen sich von Juni 1994 bis März 1995 fast monatlich etwa 30 Frauen, um in Arbeitsgruppen die Satzung und mehrere Teile für ein Programm einer Frauenpartei zu erarbeiten – in Unkenntnis der Tatsache, dass bereits eine Frauenpartei existierte. Am 8. März 1995 riefen dann bundesweit etwa 50 Frauen zur Gründung einer Feministischen Partei – Die Frauen auf. Doch große Wahlerfolge hielten sich bislang in Grenzen. Wohin geht der Weg der Frauenbewegung? Andere-Parteien.de hat mit Margot Müller, der Bundessprecherin der Partei, ein Interview darüber geführt.
Andere-Parteien.de: Simpel gefragt: Wozu braucht Deutschland eine Frauenpartei?
Margot Müller: Die feministische Partei DIE FRAUEN ist nicht einfach eine Frauenpartei, sondern vor allem eine feministische Partei. Eine feministische Partei ist notwendig zum Einen um die aktuellen Interessen der Frauen zu vertreten. Zum Anderen um das Patriarchat als Gesellschaftsform zu kritisieren und zu überwinden.
Andere-Parteien.de: Reichen nicht auch außerparlamentarische Diskussionen und Bewegungen, um auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen?
Margot Müller: Es gehrt nicht alleine darum auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen sondern darum sie abzuschaffen. Dazu ist in einem parlamentarischen System eine Partei erforderlich.
Andere-Parteien.de: Angela Merkel ist die erste Frau an der Spitze Deutschlands. Erfüllt Sie ihre Vorstellungen von moderner Frauenpolitik?
Margot Müller: Angela Merkel erfüllt durchaus meine Vorstellung von modernen Frauenpolitik. Allerdings macht sie keine feministische Frauenpolitik.
Andere-Parteien.de: Ein anderer Name wäre die Ministerin von der Leyen. Ist Sie eine Frau, wie es sich Ihre Partei wünscht? Modern, kinderreich, trotzdem erfolgreich im Beruf?
Margot Müller: Unser feministisches Konzept orientiert sich nicht an patriarchalischem Konkurrenzdenken. Wir sind für die gleichberechtigte Akzeptanz unterschiedlicher Lebensstile. Wir wünschen uns Frauen, die sich aktiv für eine feministische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung einsetzen. Meinen Sie, dass Frau von der Leyen eine solche Frau ist?
Andere-Parteien.de: In Norwegen gibt es bereits Frauenquoten für Führungskräfte. Müssen Quoten sein? Warum setzt sich nicht am Ende Qualität durch?
Margot Müller: Frauenquoten sind notwendig, damit nicht länger unfähige Männer ihres Geschlechts wegen fähigeren Frauen vorgezogen werden. Wenn sich am Ende Qualität durchgesetzt hätte gäbe es kein Patriarchat.
Andere-Parteien.de: Bisher hat es keine Kleinpartei in den letzten 20 Jahren geschafft, mittelfristig sich in den Parlamenten zu verankern. Wieso glauben Sie trotzdem an Wahlerfolge oder geht es Ihnen nicht um einen Einzug?
Margot Müller: Natürlich geht es uns um einen Einzug in die Parlamente. Dadurch könnten wir nicht nur viel besser auf Missstände aufmerksam machen, wir könnten auch mehr dagegen tun. Aber dieser Einzug in die Parlamente ist für uns kein Selbstzweck und unsere Politik ist sehr langfristig angelegt.
Andere-Parteien.de: Parteien brauchen prominente Führungsfiguren. Wieso gelingt es Ihnen nicht bekannte Namen von Feministinnen für Ihre Partei zu gewinnen?
Margot Müller: Darüber kann ich leider nur spekulieren. Am Besten, sie fragen die, an die sie da denken selbst. Ich bin übrigens auch nicht gänzlich unbekannt.
Andere-Parteien.de: Kann Ihre Partei auch für Männer attraktiv sein?
Margot Müller: Wir haben ca. 2% männliche Mitfrauen.
Andere-Parteien.de: Zum Schluss: Ist eine Männerpartei überflüssig?
Margot Müller: Bei keiner der im Bundestag vertreten Parteien übersteigt der Frauenanteil 38%.Sie sind schon von daher Männerparteien weil die Frauen keine eigene Mehrheit bilden können sondern immer von männlichen Mehrheiten abhängig sind.
Simpel gefragt: Wozu braucht Deutschland eine Frauenpartei?
Thomas Havenstein schrieb am 02 Feb 2011 um 10:39 pm ¶
Eine der wenigen Parteien, die ein sehr gutes Wahlprogramm bezüglich des Schutzes von Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen vor Sexualverbrechern haben. Jeder, der CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne oder Linkspartei wählt, gefährdet mit seiner Wahl die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen vor gefährlichen Sexualstraftätern, da für diese Täter kein Therapiezwang gilt und gefährliche Sexualstraftäter nicht dauerhaft in Sicherungsvewahrung genommen werden.